Wie versprochen…

Hier noch wie besprochen der Artikel über das Jugend-hilft Projekt:

5.00 Uhr morgens Puebla, Mexiko. Mein Handy klingelt. Verwirrt gehe ich ran, welch Überraschung, es ist meine Mutter. Aufgeregt, ohne mir überhaupt „Guten Morgen, Entschuldigung für die frühe Störung“ zu sagen liest sie mir den Brief von JUGEND HILFT! vor und teilt mir so mit, dass der Förderantrag angenommen wurde und wir 2500 Euro für das Casa del Sol zu Gunsten einer neuen Industriellen Waschmaschine und Trockner gewonnen haben. Mit großer Freude erzählte ich natürlich sofort meiner Chefin von dem Gewinn und sie war überwältigt. Sie hätte nie gedacht dass der Förderantrag angenommen wird und war sowieso überrascht von unserem Engagement, was anscheinend zuvor nie derartig aufgekommen ist. Praktischerweise kam mein Bruder 2 Wochen später zu besuchen und brachte mir alle erforderlichen Unterlagen mit nach Mexiko. Dann begann der Stress, wir suchten Angebote über Angebote, telefonierten rum, jedoch ständig ohne Ergebnis. Die Waschmaschine alleine sollte bereits 12.000 US- Dollar kosten. Dafür reichte der Betrag von 2500€ natürlich nicht aus. Deprimiert suchten wir weiter nach einigen Angeboten, doch irgendwie schließ die Sache dann etwas ein, wie das nun einmal bei Mexikanern so ist. Es ist nicht bloß irgendein Vorurteil, Mexikaner lassen sich wirklich in allen Dingen besonders viel Zeit. Im Juni find ich dann jedoch an meine Chefin zu nerven, dass wir uns beeilen müssen, da wir nur noch wenig zeit haben um den Termin des Vertrages einzuhalten. Seitdem Zeitpunkt wurde das Telefon wieder auf Hochtouren benutzt, doch bis zum Juli hatten wir immer noch kein besseres Angebot. Ich hatte schon fast damit gerechnet das Geld wieder zurück geben zu müssen , doch dann bekam meine Chefin den entscheidenden Rückruf mit dem Angebot einer gebrauchten industriellen Waschmaschine. Ein Austellungsstück, was so gut wie noch nie benutzt wurde. Schnell bat ich meine Mutter bei JUGEND HILFT! anzurufen und um eine Vertragsverlängerung zu bitten. Gesagt getan, gab sie mir dann eine E-Mail Adresse, bei der ich mich dies bezüglich melden sollte und eine sehr nette Frau schrieb mir, dass der Vertrag bis zum 31. August verlängert wurde. Dieser Monat mehr war für uns eine große Hilfe, da ich somit die ganzen Dokumente aus Deutschland abschicken kann und somit auch keine Angst haben muss, dass sie in der mexikanischen Post verloren gehen. Am 7.Juli kam dann per E-Mail die Rechnung mit dazugehörigem aktuellen Umrechnungskurs. Doch nun kam ein weiteres problem auf: Die Transportkosten von Mexiko Stadt nach Puebla sollten bei 8000 Peso liegen, also ca. 450€. Nach etlichen Gesprächen hat sich dann eine Transportfirma dazu bereit erklärt den Transport umsonst zu übernehmen, sozusagen als Spende für unser Projekt.

Eine Woche später war es dann endlich soweit und ein LKW stand vor der Tür und lud die riesige Kiste mit dem Inhalt einer industriellen Waschmachine aus. Durch den Erwerb einer neuen, so großen Waschmaschine ist es der Wäschefrau nun möglich viel mehr Wäsche in weniger Zeit zu waschen und dadurch haben die Kinder immer etwas Frisches zum anziehen.

jugendhilft_logo_rgb

Vielen Dank, liebes JUGEND HILFT! Team für eure Unterstützung.

rimg0127

sdc10008

 

Abschied nehmen…


Da das Datum meiner Abreise immer näher tritt (heute sind es
noch 6 Tage) dachte ich mir, dass es Zeit wird meinen letzten Blogbericht zu
schreiben. Nur um ehrlich zu sein weiß ich gar nicht so genau was ich
eigentlich schreiben soll… Ihr habt mich das ganze Jahr über auf meinem Blog
begleitet und wisst somit auch was ich das ganze Jahr über so getrieben habe.
Im Casa del Sol gibt es nicht viel neues, außer dass vorgestern 4 neue Babys zu
uns gekommen sind. Richtig süß, das Kleinste ist erst 2 Monate alt. Nur leider
hab ich nicht die Zeit unseren Zuwachs kennenzulernen, da ich diese Woche
Urlaub habe um noch ein paar Dinge zu erledigen und Mitte nächster Woche schon
meinen Heimflug antrete. Morgen wird im Casa del Sol schon mal eine kleine Abschiedsparty  für mich organisiert, die Party mit meinen
Freunden folgt dann am Samstag. Ich kriege schon ein ganz mulmiges Gefühl im
Magen wenn ich daran denke mich von allen verabschieden zu müssen, doch ich
versuche ganz bald wieder in dieses wunderbare Land zu reisen, das habe ich mir
geschworen!

Rückblickend auf das Jahr kann ich eindeutig sagen, dass ich
viel dazu gelernt habe und würde es jedem weiter empfehlen und auch selbst noch
einmal machen. Klar gibt es durchaus Sachen, die mir ganz und gar nicht
gefallen haben, wie z.B die Tatsache ein Zimmer zu teilen… Nichts gegen meine
Zimmergenossin, doch ich bin einfach ein Mensch der Platz für sich braucht und
das ist etwas schwer, wenn man sich zu zweit ein 8 m² Zimmer teilen muss. Auch
die Tatsache um 10 zu Hause sein zu müssen hat mich das ganze Jahr über
ziemlich genervt, da fühlt man sich glatt wieder so wie mit 13. Angeödet war
ich außerdem davon, das ganze Jahr über kein Auto fahren zu können und mich
deshalb ständig auf den unzuverlässigen Busverkehr verlassen zu müssen. Doch
die schlimmste Tatsache während des ganzen Jahres war eindeutig meine Familie
nicht sehen zu können wann ich wollte. Klar, das wusste ich vorher, dass ich
meine Liebsten ein ganzes Jahr nicht sehen werde, doch dass es so hart für mich
wird hätte ich nicht gedacht. Ich glaube diesem Jahr habe ich zu verdanken,
dass ich meine Familie viel mehr zu schätzen weiß und dass dadurch die
Beziehung zu meinen Eltern auch viel stärker und intensiver geworden ist. An
dieser Stelle möchte ich mich auch bei meinen Eltern bedanken. Danke, dass ihr
mich immer unterstützt habt, auch wenn ich weiß, dass es euch schwer gefallen
ist, mich eure kleine, einzige Tochter, ein Jahr so weit weg gehen zu lassen.
Ich konnte immer auf euch zählen und mich auf euch verlassen. Danke für all
eure Unterstützung und für euer 
Verständnis. Danke auch, dass ihr im Januar den weiten Weg auf euch
genommen habt, nur um mich zu sehen. Danke, dass es euch gibt, ihr seid die
besten. Mama, Papa, ich liebe euch, in 7 Tagen kann ich euch wieder in die Arme
nehmen!!! 

Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich während des Jahres
natürlich auch viel dazu gelernt und viele positive Erfahrungen gemacht. Ich
habe viel mehr von der Welt gesehen, wahnsinnige Wasserfälle, uralte Ruinen und
die weißesten Strände der Welt. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden, sowohl
hier in Mexiko, als natürlich auch meine Mitbewohnerinnen aus Deutschland. An
dieser Stelle noch ein Dankeschön, doch diesmal an meine 3 Mädels Judith, Caro
und Juliane. Danke, dass ihr das Jahr hier mit mir durchgestanden habt und in
sowohl witzigen als auch traurigen Momenten immer für mich da wart. In euch
habe ich echte Freundinnen für mein Leben gefunden und ich wünsche mir, dass
wir uns so oft wie möglich in Deutschland zu Gesicht bekommen! Auch ein Danke
natürlich an meine Mexikanischen Freunde, die dass alles hier nur leider nicht
verstehen. Sie sind  der Hauptgrund,
warum ich auf jeden Fall wieder zurück nach Puebla will. Freundschaft kennt
keine Entfernung!

Viel dazu gelernt habe ich natürlich auch durch meine Arbeit
hier im Casa del Sol. Ich habe ganz tolle Menschen kennen gelernt, die jeden
Tag herkommen und alles aus freien Stücken. Fred, Sandra und Vicky, so heißen
die drei Damen, die hier im Casa del Sol ohne jeglichen Verdienst fast jeden
Tag kommen und helfen. Viele Menschen sollten sich ein Beispiel an den dreien
nehmen. Genauso wie meine Chefin Señora Patricia Jano Mazzini, die das Casa del
Sol ebenfalls ohne jeglichen Verdienst leitet und alles für ihre kleinen
Schützlinge gibt. Ein großes Lob an euch 4. Natürlich werde ich auch die
Mitarbeiterinnen des Casas total vermissen, vor Allen Patty und Angeles, mit
denen ich das ganze Jahr über bei den Babys gearbeitet habe und mega viel Spaß
hatte. Aber mit Abstand am meisten werde ich wohl meine Kleinen vermissen, weil
ich weiß, dass ich die Meisten von ihnen nie wieder sehen werde. Sie haben mir
mein Jahr, auch wenn es ab und zu mal schwer war, immer wieder zuckersüß
gemacht. Danke für jedes Lächeln, aber danke auch für jede Träne, die ich von
ihnen bekommen habe. Ich hab diese kleinen Racker einfach unendlich lieb!

Natürlich muss ich auch Abschied von den kleinen Dingen des Lebens
hier nehmen:

Tschüss, Gasmann, der mich 
jeden Morgen mit seiner typischen Gasmann-melodie und seinem Rumgebrüll
geweckt hat.

Tschüss, du leckerer Tacostand an der Ecke, auch wenn ich
wegen dir so einige Stunden auf dem Klo verbringen musste.

Tschüss, du kranker Verkehr, der mich oftmals ziemlich aus
der Ruhe gebracht hat.

Tschüss, an alle Taxifahrer, die einen für umgerechnet 3
Euro mindestens 20 Kilometer durch die Gegend fahren.

Tschüss, an alle Bäcker, die die leckersten Backwaren für
umgerechnet 15 Cent verkaufen.

Tschüss, mein geliebtes Cholula, danke für all die leckeren
Cocktails und abgefahrenen Partynächte.

Tschüss, Puebla, danke für all die Freunde, die du mir hier
geschenkt hast

Tschüss Mexiko, danke für dieses wunderbare Jahr.

Tschüss an alle meine Leser, danke, dass ihr mich das ganze
Jahr über auf meinem Blog begleitet habt. Ich hoffe euch haben meine kleinen
Gedankengänge und Abenteuer aus Mexiko gefallen. Vielleicht hänge ich wenn ich
zu Hause bin noch ein paar Bilder an, sozusagen ein Best Of Mexico 2009/2010.

 

Eure Sarita

 

Zum Thema Vorurteile und Macken

Da ich gerade mit einer 1A Magen-Darm-Infektion im Bett liege und mich kaum bewegen kann, ist wohl genau jetzt der richtige Zeitpunkt mal wieder ein bisschen zu schreiben. Da es aus Puebla und dem Casa del Sol nichts Neues gibt, dachte ich mir deshalb mal ein bisschen was über Vorurteile und über so einige komische Angewohnheiten der Mexikaner zu schreiben…

Vorurteil Nummer 1:Zum Thema Moctezumas Rache:

Nein, das ist leider nicht einfach nur daher gesagt. Bestes Beispiel bin Ich. Seit einigen Wochen plagte mich schon ein leichtes Unwohlbefinden in der Magengegend, in einer Nacht hatte ich mich sogar übergegeben. Okay, sagte ich mir, das passiert jedem Mal, hast du wohl nur mal wieder was Falsches gegessen, das wird schon wieder. Das war jedoch eine Fehlanzeige. Montagmorgen um 6 Uhr wachte ich mit höllischen Schmerzen auf und hatte Magenkrämpfe, gefühlter Stufe 8.5 auf einer Skala bis 10 (Die 10 lernte ich dann später im Krankenhaus kennen). Die gelernte Krankenschwester der Nachtwache des Casa del Sols empfiehl mir dann am besten gleich ins Krankenhaus zu fahren, da die Gefahr auf Salmonellen bestehe. Gesagt getan ging es dann auf ins Krankenhaus, in dem ich sage und schreibe 3 Stunden am Tropf hing. Dort lernte ich dann auch die Schmerzen der Stufe 10 kennen, als mir eine Krankenschwester ein Medikament zu schnell gespritzt hat und ich dachte mein Arm stand in Flammen. Nach der Aktion war ich dann einfach nur froh wieder in meinem Bett (leider nicht meinem riesen Prinzessinenbett in Deutschland) zu liegen und ins Land der Träume zu verfallen, auch wenn dieser Schlaf von unzähligen Toilettenbesuchen zig mal unterbrochen wurde… Für das nächste Mal weiß ich nun: Am besten nichts mehr in Mexiko essen, naja zumindest keine Früchte, die vorher nicht eine halbe Stunde in Jod geschwommen haben, nirgendswo, nicht einmal mehr im Nobelrestaurant , Salat essen. Und auf jeden Fall die Finger von den leckeren Hamburgern lassen, die der nette Mann von nebenan in seinem Straßenstand verkauft. Naja ist vielleicht auch besser für meine Figur.

Vorurteil Nummer 2: Mexikaner kommen einfach immer zu spät.

Leider muss ich auch hier sagen, dass dieses Gerücht der Wahrheit entspricht. Egal wo und wann, jeder Mexikaner kommt mindestens eine halbe Stunde zu spät. Sei es zu einer Geburtstagsfeier, zur Arbeit oder sogar zur Messe in der Kirche. Das Wort Pünktlichkeit existiert in Mexiko einfach nicht. Man sagt auch nicht Bescheid wenn man zu spät kommt, nein, man bekommt nicht einmal eine Entschuldigung zu hören. Zu Spät kommen ist einfach normal hier. Bestes Beispiel der Geburtstag einer anderen Freiwilligen am Wochenende. Angesagt war die Party auf 14 Uhr. Und da wir auch schon fast wie Mexikanerin sind, na gut meine Mädels eher als ich, kamen wir natürlich auch zu spät. Als wir jedoch um 14.45 Uhr ankamen und uns tausend Mal entschuldigten, bekamen wir nur zu hören: „Macht nichts, ihr seid die ersten.“ Was soll ich dazu noch sagen…

Vorurteil Nummer 3: Mexikaner halten immer Siesta mit Sombrero und Poncho im Schatten.

Nein, das stimmt nun wirklich nicht. Ich hab noch nie einen Mexikaner in diesem Outfit angelehnt an einem Baum oder Kaktus hier in Mexiko gesehen. Nur einmal betrunken auf einer Party:

Jorge

Wobei wir dann auch schon beimVorurteil Nummer 4 wären: Fiesta, Fiesta Mexicana

Und auch das entspricht der Wahrheit, was Partys angeht, liegen die Mexikaner einfach ganz vorne. In Mexiko wird einfach immer und überall gefeiert, jede noch so kleine Angelegenheit wird zelebriert und zwar bis ins kleinste Detail. Sogar im Kindergarten findet jede Woche mindestens eine Party statt, sei es zum Tag der Kindheit, Tag der Lehrerin, Mutter- oder Vatertag oder einfach nur zum Frühlingsanfang. Am Sonntag waren wir zum Beispiel auf einem 15. Geburtstag eingeladen, was hier in Mexiko so ziemlich die größte Geburtstagsfeier für eine Frau ist, da gesagt wird, dass man an diesem Tag von einem Mädchen zur Frau wird. Ich glaube ich war noch nie auf so einer pompösen Feier zu Ehren einer einzigen Person: Ein großer Festsaal mit zig superschön dekorierten Tischen, Blumendekoration, Kronleuchter, exklusiven Abendessen, eine riesige Geburtstagstorte und Tänzer, die einzig und allein für das Geburtstagskind eine Stunde getanzt haben. Sowas hatte ich nicht einmal auf meinem Abiball…

Auch meine Geburtstagsfeier werde ich so schnell nicht vergessen. Mein Kumpel Jorge (oben mit Sombrero und Poncho) hat für mich eine kleine Party im Innenhof seines Hauses gemacht. Wir haben gegessen, gesungen und getrunken. Einfach ein super Tag. Sogar eine Piñata habe ich von meinen Mädels geschenkt bekommen. Vielen Dank nochmal für diesen einzigartigen Tag!

Zum Thema Vorurteile fällt mir jetzt nichts mehr ein, höchstens noch ein paar Dinge die mich ab und zu echt nerven:

Mexikaner sind die indirektesten Menschen der Welt. Niemand sagt hier irgendwem ins Gesicht wenn einem etwas nicht passt.

Auch mit 25 Jahren müssen die Jungs hier noch Bescheid sagen, oder gar um Erlaubnis bitten, wenn sie nachts nicht nach Hause kommen.

Warum hat fast jeder Mexikaner einen durchschnittlichen Monatsverbrauch von fast 5 Tuben Haargel? Sogar den Babys wird hier schon Gel, und das nicht gerade wenig, in die Haare geschmiert.

Wieso denkt jeder ich sei U.S- Amerikanerin und beschimpft mich als Gringa?

Wenn ich ein Taxi will, halte ich den Arm raus, aber trotzdem vielen Dank.

Warum gibt es hier kein gutes Vollkornbrot? Alle ernähren sich hier von sogenannten „Pan Bimbo“ was einfach nur süßem Weißbrot entspricht. Allgemein ist es schwer sich in diesem Land gesund zu ernähren.

So Ich glaube das war es aber auch schon. Und auch wenn ich gerne mal über diese Dinge rumnörgele oder auch extrem genervt wirke, weiß ich jetzt schon wie sehr ich dieses wundervolle Land in zwei Monaten vermissen werde und auf jeden Fall zurückkommen werde.

VIVA MEXICO!!!!

 

Erneuter Spendenaufruf!

Meine liebsten Leser, Freunde und Familie,

mit diesem Artikel bitte ich euch nochmal dazu, meinen Förderkreis zu unterstützen! Es fehlt immer noch viel Geld und es ist dringend notwendig, dass ich das Geld zusammen bekomme, damit anderen Jugendlichen, wie mir, die Chance gegeben werden kann eine so fantastische und einzigartige Erfahrung in ihrem Leben zu machen und Leuten in armen Ländern zu helfen!

Noch einmal einige wichtige Facts für die Jenigen, die es noch nicht wussten oder vergessen haben:

Weltwärts ist eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Jugendlichen in meinem Alter die Chance gibt, ein Jahr raus in die weite Welt zu reisen. Doch dieses Projekt muss unterstützt werden!!!

„Lernen durch tatkräftiges Helfen“ ist das Motto des Freiwilligendienstes. Weltwärts soll das Engagement für eine gemeinsame Welt nachhaltig fördern und versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Durch die Arbeit mit den Projektpartnern vor Ort in den Entwicklungsländern sollen die Freiwilligen unter anderem lernen, globale Abhängigkeiten und Wechselwirkungen besser zu verstehen.

Für mich ist mein Freiwilligendienst hier vor Ort das Beste was mir je passieren konnte und ich wünsche mir, dass andere Jugendliche die gleichen wundervollen Erfahrungen machen können wie ich.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung deckt für meinen Aufenthalt in Mexiko 75% aller Kosten. Die restlichen 25% müssen von der Entsendeorganisation getragen werden. In einem geringen Maße finanziert sich der ICJA durch Fördergelder und Mitgliedsbeiträge, doch diese Beträge reichen nicht dafür aus, alle verbleibenden Kosten für den Weltwärts-Freiwilligendienst zu bestreiten.Genau deshalb ist mein Förderkreis so wichtig!

Ich bitte nochmal dringends um eure Unterstützung. Natürlich wird es auch offizielle Spendenquittungen geben.


Spendenkonto „weltwärts“

Kontoinhaber: Sarah Klaes BLZ 47650130 Kontonummer 130300940

Vielen Dank!

 

Unterwegs im Dschungel Mexikos

Einfach nur mal ein Paar Impressionen aus meinem Abenteuertrip in den Dschungel Mexikos…

k-rimg0479

Tonina

k-rimg0459

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Misol-ha Wasserfall

Misol-ha Wasserfall

Agua Azul

Agua Azul

Jule und Ich im Wasserfall

Jule und Ich im Wasserfall

Agua Azul

Agua Azul

Bonampak

Bonampak

Tonina

Tonina

Yaxchilan

Yaxchilan

Yaxchilan

Yaxchilan

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Palenque

Agua Azul

Agua Azul

Agua Azul

Agua Azul

k-dsci0919

<3

Agua Azul

Agua Azul

Agua Azul

Agua Azul

Tonina

Tonina

 

Zuuuuwaaaaaaaaaachs!

Wie gesagt, als ich dann Ostern von meinem Urlaub nach Hause kam, hatte ich zwar keine Ostereier vorgefunden, aber dafür 3 kleine neue Babys im Alter von 20 Tagen bis 5 Monaten. Aber das war nicht alles, im Isolationsraum, für kranke Kinder, damit sie die andern nicht anstecken, versteckten sich dann noch mal 3 der kleinen Racker mit Windpocken… Gott sei Dank sind diese ja für mich nicht mehr ansteckend und somit darf ich im Moment die Krankenschwester spielen und kümmere mich deshalb um die 3 kranken, während die gesunden 3 die meiste Zeit des Tages damit verbringen zu schlafen. Da in meiner Babysarea mittlerweile schon Kinder waren die zu den Maternales gehörten, haben diese dann auch rüber gewechselt und somit sind wir jetzt Insgesamt, mit den Kleinen aus dem Isolationsraum, 10 Babys, was im Vergleich zum Anfang trotzdem noch wenig ist… Aber so kann man sich immerhin intensiv auch mal um ein einziges Kind kümmern, was ich persönlich nicht schlecht finde.
Außerdem habe ich sehr sehr gute Neuigkeiten: Ich habe mich bei „Jugend hilft“ um einen Zuschuss für das Casa del Sol beworben und das Resultat sind 2.500 € die dem Casa für eine neue Waschmaschine und Trockner zu Gute kommen. Die Freude war natürlich groß und nun sind hier alle sehr stolz auf uns. Weiteres zu dem Projekt Waschmaschine/ Trockner wird natürlich hier zu lesen sein 😉

Jetzt habe ich schon 2/3 meines Jahres hinter mir und im Rückblick kann ich jetzt schon einmal sagen, dass das die Erfahrung meines Lebens war und ich sehr froh bin, das mir so etwas ermöglicht wurde. Den restlichen 4 Monaten sehe ich mit Freude, aber auch Trauer entgegen, denn einerseits freue ich mich natürlich wahnsinnig auf mein Zuhause, andererseits wird mir der Abschied jedoch sehr schwer fallen, da ich mich unendlich in dieses Land verliebt habe und es mir vor allen Dingen das Herz brechen wird, wenn ich meinen Kleinen „Adios“ sagen muss. Aber daran will ich jetzt gar nicht denken sondern die restliche Zeit genießen! Deshalb werde ich auch Anfang Mai noch ein bisschen durch den Süden Mexikos reisen. Berichte darüber finden sich natürlich auch hier.

Bis dahin, Vermisse euch!

 

Mit dem Dru auf den Spuren der Oxxos, Luchadores und Azteken…

… Am 25 März war es endlich so weit; es ging noch einmal auf zum Flughafen des Distrito Federales (Mexiko Stadt) um ein Stück Zuhause in die Arme schließen zu dürfen. Einer meiner geliebten Brüder, Andre (29), nahm den weiten Weg von fast 10000 Km aus Good old Germany zu mir auf sich, nur um mich nach über einem halben Jahr endlich wieder zu sehen. Das Wiedersehen war wunderschön und ich freute mich sofort zu bemerken, dass sich nichts zwischen uns verändert hatte, wir hatten (nach dem Ich mir die Glückstränen aus dem Gesicht gewischt hatte) augenblicklich wieder riesen Spaß und alberten rum. Nach Ankunft in Puebla hatte Andre dann schwer mit seinem Jetlag zu kämpfen und musste sich erst einmal so richtig ausschlafen, dachte ich zumindest, denn um 7 Uhr war er schon wieder auf den Beinen und wir fuhren in die Stadt um in meinem Lieblings- Café direkt am Zocaló gemütlich zu frühstücken. Dru konnte mich aufgrund seines Studium leider nur für 9 Tage besuchen, also blieben wir die meiste Zeit in Puebla und schauten uns dort die Stadt, die Märkte, Cholula, die Clubs und einen Lucha Libre an. Wer sich jetzt fragt „Was zum Kuckuck ist denn bitte schön ein Lucha Libre“ bekommt hier die Antwort: Für die mexikanische Bevölkerung sind die sogenannten Luchadores so wie die Wrestler für die Amerikaner. Jeder von euch kann sich mit Sicherheit an Hulk Hogan erinnern, der sich in den 90ern in einem Ring gegen zig andere Wrestler den Kopf hat einschlagen lassen, oder? Und genau das gleiche passiert auch beim Lucha Libre, der Unterschied ist nur, dass der Großteil der Luchadores maskiert ist und sich nie der Öffentlichkeit preisgibt. Mit großartigen Tricks bekämpfen sich also eine Horde Männer in einem Ring der ungefähr so groß ist wie mein Zimmer. Erst stand ich der ganzen Sache ziemlich skeptisch gegenüber, doch wer dann einmal einen Lucha Libre besucht hat, will auch noch ein zweiten oder sogar ein drittes Mal dort hin. Die Euphorie die die Poblaner ihren Luchadores entgegen bringen ist einfach unbeschreiblich und es macht einfach einen riesen Spaß mit zu jubeln und sich von den Tricks der Kämpfer beeindrucken zu lassen. Auch mein Bruder hatte großes Gefallen an diesem Spektakel gefunden und als Erinnerung kauften wir uns alle eine traditionelle Lucha-Libre-Maske.

k-dsci0671

Großen Gefallen fanden wir außerdem daran, an jedem Oxxo in Puebla halt zu machen, um uns ein kaltes Bier zu gönnen. Gerade das Richtige, was man bei diesen Temperaturen hier braucht, denn zurzeit ist Verano, also Frühling und somit die Wärmste Jahreszeit in Mexiko. Morgens denkt man sich zwar es könnte frisch werden doch so ca. gegen 11 Uhr vormittags lugt dann die Sonne hervor und es werden locker bis zu 34 Grad in der Sonne.

An unserem letzten gemeinsamen Wochenende erkundeten wir dann Mexiko Stadt, um ein bisschen GROßstadtluft zu schnüffeln. Wir fanden ein schönes, preiswertes Hostal direkt am Zocaló, bummelten ein bisschen durch die Stadt, machten eine der berühmten Touribustouren und besichtigten die berühmtesten Aztekenpyramiden Mexikos: Tenotihuacan. Letzteres war ziemlich beeindruckend, da ich noch nie so eine riesige Pyramide gesehen und schon gar nicht erst bestiegen habe, ebenso wenig wie mein Bruder.

dsci0762neu

Am Sonntag, den 4 April, also an Ostern, war die schöne Woche leider auch schon wieder vorbei und ich brachte meinen bösen Zwilling 😉 (Insider) zum Flughafen und verabschiedete mich von ihm, trotz feuchter Augen, dennoch mit einem Lächeln im Gesicht denn ich konnte sagen: „Bruderherz, wir sehen uns in 4 Monaten“ was zwar ein komisches, aber dennoch gutes Gefühl war.

Dann ging es für mich wieder zurück nach Puebla, doch im Casa del Sol erwartete mich gleich eine Überraschung: Neue Baaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaabyyyyyys :-)

 

Ein Stück Zuhause…

… So, da ich gerade bei einer der vielen Therapien meiner Schützlinge sitze und warte, dachte ich mir, dass ich in der Zeit ja auch mal ein bisschen was schreiben könnte!

Wie bereits erwähnt waren meine Eltern Ende Januar, Anfang Februar für 16 Tage hier um mich zu besuchen. Ich erinnere mich natürlich immer wieder super gerne an diese Zeit zurück, denn das war eine der schönsten Zeiten hier in meinem neuen Heimatland.

Am 21. Januar um 19.00 Uhr stand ich ziemlich aufgeregt in Mexiko City am Flughafen, Terminal 1, und habe die ganze Zeit mit vollster Spannung auf meine Eltern gewartet. Als es dann endlich soweit war und ich nach fast einem halben Jahr Mama und Papa wieder in die Arme schließen durfte, konnte ich natürlich meine Freudentränen nicht zurück halten und ich war zu dem Zeitpunkt, glaube ich, der glücklichste Mensch auf dem ganzen Flughafen! Am selben Abend sind wir dann direkt mit dem Bus nach Puebla zurück gefahren, wo uns direkt am Busbahnhof Marianne erwartet hatte. Marianne gehört zum Patronat des Waisenheims und ist Mitbegründerin des Casas. Für die Zeit, in der meine Eltern hier waren, hat sie uns netter Weise Unterkunft in ihr beschauliches Häuschen in Puebla gewährt. Bei ihr Zuhause angekommen, gingen wir nach diesem nervenaufreibenden Tag sofort schlafen, um fit für den darauf folgenden Tag zu sein.

Erst einmal waren ich und meine Eltern für 8 Tage in Puebla, haben die Stadt erkundet, Museen besichtigt und natürlich haben wir auch 2 Tage gearbeitet. Die Kinder im Casa del Sol waren alle ziemlich überdreht als sie meine Eltern kennenlernten, aber ich glaube meine Eltern fanden das auch alles ziemlich aufregend und natürlich auch spannend zu sehen, wie und wo ihre Tochter für ein Jahr lebt.

Nach der Erkundungstour durch Puebla sind wir dann nach Oaxaca gereist, wo wir uns die Pyramiden von Monte Alban angeschaut haben, ein einfach umwerfendes Erlebnis, wenn man mich fragt. Nach dem eintägigen Aufenthalt sind wir dann per Minibus, mit kleineren Pannen, weiter zum beliebten Urlaubsort Puerto Escondido gefahren, um ein bisschen Strandfeeling zu erhaschen. Das Wetter war super und der Urlaub einfach nur super entspannend.

Nach 5 Tagen Urlaub sind wir dann zurück nach Puebla gereist, um unsere letzten gemeinsamen Tage zu genießen. Auf der Busfahrt zurück, hat uns dann die freudige Nachricht erreicht, dass mein Neffe auf die Welt gekommen ist und alles soweit gut verlaufen ist. In diesem Augenblick war ich sehr froh meine Mutter bei mir zu haben, denn wie bereits erwähnt fällt es mir schon etwas schwer hier in Mexiko zu sein, wenn Zuhause sich gerade so viel verändert… Aber naja ich hatte noch ein paar Tage Aufenthalt mit meinen Eltern, und die galt es zu genießen!

In unseren letzten gemeinsamen Tagen waren wir viel spazieren, einkaufen und haben weitere Teile des facettenreichen Pueblas erkundigt.

Nach dieser wunderbaren Zeit, kam dann aber auch leider irgendwann der bittere Tag des Abschiedes und erneut flossen die Tränen, als ich meine Eltern zum Bus nach Mexiko City gebracht habe. Und nun bin ich wieder alleine… aber nur bis zum 25 März, dann kommt nämlich wieder ein Stück Zuhause, und ich darf meinen Bruder Andre am Flughafen in Mexiko City abholen :-)

 

Zwischenbericht

Wieder einmal war es zeit für mich einen Zwischenbericht für das BMZ zu verfassen, das ganze geschah nach folgenden Leitfragen:

  • Wie hast du dich in deinem Projekt eingelebt und entwickelt? Hast du das Gefühl, deine Fähigkeiten im Projekt sinnvoll einbringen zu können und viel dazu zu lernen? Wie ist die Betreuung durch und die Zusammenarbeit mit deinem Ansprechpartner im Projekt?

  • Wie siehst du dich und deine Rolle nach einem halben Jahr im Projekt? Hast du dir für die nächste Hälfte Ziele im Projekt gesetzt?

  • Fühlst du dich wohl in deiner Gastsituation? Hast du Freunde gefunden? Hast du schon einen „Alltag“?

  • Was für Herausforderungen gab/gibt es? Wie hast du diese bewältigt? Was sind deine kleinen „Erfolge“? Was möchtest du ändern?

  • Wie hat sich deine Wahrnehmung bezüglich des Gastlandes seit deinem ersten Bericht geändert? Was hättest du im Rückblick anders formuliert oder was verstehst du im Nachhinein besser oder anders?

Gut überlegt, setze ich mich also hin und verfasste meinen Halbjahresbericht, den ich euch natürlich nicht vorenthalten werde:

Mittlerweile würde ich sagen, dass ich mich sehr gut im Casa del Sol eingelebt habe. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Projekt und habe es vor allen Dingen auch schon tief in mein Herz geschlossen. Am Anfang fehlte es mir sehr an Geduld, da ich schon von Haus aus ein sehr ungeduldiger Mensch bin, fiel es mir also oftmals schwer die Ruhe zu bewahren und nicht schnell aufzugeben, wenn mal etwas nicht so klappte wie ich es wollte. Doch das hat sich in meinen Augen geändert. Ich habe die Einsicht gewonnen, das man Geduld brauch, wenn man, so wie ich, mit Kindern arbeitet und diesen Job auch gerne tut. Also hab ich mir diese fehlende Geduld so zu sagen antrainiert, womit ich meiner Meinung nach in meinem Aufgabenbereich sehr viel weiter gekommen bin. Meine Babys, die am Anfang teilweise noch etwas auf Abstand waren, lieben mich nun über alles und begrüßen mich stets strahlend, ein paar von ihnen wollen sogar teilweise nur noch von mir gewickelt und gefüttert werden, was für mich sogar so etwas wie eine Bestätigung darstellt, dass ich meinen Job mit den Kleinen anscheinend gut mache. Und wie jeder weiß; Bestätigung brauch jeder mal, gerade bei so einem Auslandsaufenthalt, bei dem man oftmals an sich zweifelt. Auch die Direktorin des Waisenheims hat mir bereits gesagt, dass sie froh ist mich hier zu haben, was mich ebenfalls sehr gefreut hat. Außerdem bin ich genauso froh SIE hier zu haben. Señora Patricia Mazzini, so heißt die gute Frau nämlich, arbeitet, genau wie ich, aus freien Stücken hier, ohne jeglichen Verdienst. Dafür hat sie meine vollste Anerkennung. Sie trägt sehr viel Verantwortung und macht ihren Job stets mit ganzem Herzen. Und auch uns Freiwilligen ist sie eine große Hilfe: Man fühlt sich sicher und wohl in ihrer Nähe, und ich weiß genau, egal was ich für ein Problem habe, ich kann sie immer darauf ansprechen und sie hilft mir eine Lösung zu finden und hat immer ein offenes Ohr für mich. Auch wenn man mal etwas Heimweh verspürt, ist sie immer für einen da und spendet Trost.

Gerade heute, an dem ich diesen Bericht schreibe habe ich Bergfest, denn genau in sechs Monaten reise ich wieder auf nach Deutschland. Die bisherige Zeit ist wie im Flug vergangen und ich denke das kommende halbe Jahr wird noch schneller vergehen, denn jetzt hat man langsam eine Routine in seiner Arbeit. Ich weiß genau was meine Aufgaben sind und wie und wo ich wann helfen kann, habe also einen richtigen Arbeitsalltag, auch wenn es immer mal wieder Ausnahmen gibt, beispielsweise wenn ich einen Ausflug mit den Kindern unternehme. In meiner Freizeit gibt es außer den regelmäßigen Telefongesprächen mit meiner Familie keine Routine. Es ist immer etwas anderes geplant und hier in Puebla gibt es jeden Tag was Neues zu entdecken. Trotzdem habe ich mir vorgenommen eine weitere Routine in meinen Tag einzuplanen; und zwar mehr Spanisch lernen! Auch wenn mir oft gesagt wird, dass ich für meinen bisher nur kurzen Aufenthalt schon sehr gut Spanisch spreche, bin ich immer wissensbegieriger und will mehr lernen, um mich irgendwann perfekt auf Spanisch unterhalten zu können. Eine weitere Sache, die ich mir vorgenommen habe ist, mehr mit meinen Kleinen außerhalb des Waisenheims zu unternehmen, auch wenn das teilweise etwas problematisch ist. Aber mal sehen, im Moment zum Beispiel gehe ich oft mit wenn eines von den Kindern zur Therapie geht, was mir gut gefällt, denn dann kann man sich auch mal mit nur einem Kind beschäftigen, ohne das ein anderes gleich vor Eifersucht weint. Obwohl ich mir vielleicht einerseits angewöhnen sollte emotionalen Abstand zu den Kleinen zu gewinnen, denn auch wenn es natürlich eine klasse Sache ist, wenn eines der Kinder adoptiert wird, ist es für mich immer wie ein Schlag ins Gesicht, wenn auch nur einer der Süßen mich verlässt. Deshalb graut es mir auch schon von meinem Abflug, auch wenn ich mich natürlich riesig freue meine Freunde und Familie wieder zu sehen. Jedoch glaube nicht, dass ich diesen Abstand jemals gewinnen werde, denn dafür sind meine Babys viel zu süß und ich hab sie viel zu sehr lieb. Aber ich habe hier in Puebla Gott sei Dank schon tolle Freunde gefunden, die mich wieder aufbauen, wenn zum Beispiel einer der kleinen Racker das Casa del Sol verlässt oder mich zum Beispiel das Heimweh packt. Ich wohne ja mit 3 anderen deutschen Mädchen zusammen und ich versteh mich mit allen super, kann mit ihnen über alles reden und sie sehen mir sofort an, falls es mir schlecht gehen sollte. Die 3 sind mein Fels in der Brandung und ich bin unglaublich froh, so ein Glück gehabt zu haben, diese 3 wunderbaren Mädchen kennengelernt zu haben und ich denke auch, dass ich wenn ich zurück in Deutschland bin immer noch viel Kontakt zu ihnen haben werde. Außerdem habe ich natürlich auch viele mexikanische Freunde, die ich größtenteils durch Siijuve kennengelernt habe. Mit ihnen kann ich ebenfalls über Probleme reden, lachen und vor allen Dingen auch mein Spanisch aufpolieren.

Erst kürzlich hatte ich meine größte Herausforderung hier vor Ort: mein Bruder ist zum ersten Mal Vater geworden und hat mich somit zum ersten Mal zur Tante gemacht, was ja eigentlich ein schönes Ereignis ist, doch für mich war es sehr schlimm in diesem Augenblick hier zu sein und nicht bei meiner Familie, um mit ihnen das Glück eines neuen Lebens zu teilen. Dieses Ereignis hat mich ziemlich runtergezogen und mich zutiefst mit Heimweh erfüllt, doch Gott sei Dank habe ich hier bereits Freunde, die mich aufgemuntert haben, so dass es mir mittlerweile wieder gut geht, auch wenn ich zwischendurch noch zu schlucken habe, wenn ich zum Beispiel Fotos von meinem Neffen sehe und bedenke, dass ich noch ein halbes Jahr warten muss, bis ich ihn endlich in meine Arme schließen kann. Aber wie gesagt, das halbe Jahr wird schneller als gedacht vergehen und dann kann ich ihn endlich mit meinen hier angelernten Fähigkeiten von oben bis unten bemuttern und knuddeln.

Mein „kleiner Erfolg“ ist meiner Meinung nach, dass ich doch besser mit der Gesamtsituation, soweit von zu Hause weg zu sein und das ohne meine über alles geliebte Familie, zurechtkomme. Ich fühle mich nämlich sehr wohl hier und bereue in keinerlei Hinsicht hier her gereist zu sein.

An meiner ersten Meinung bezüglich meines Gastlandes hat sich rein gar nichts verändert. Ich bin immer noch verliebt in dieses Land, seine Kultur und die Leute die hier wohnen und wenn ich etwas an meinem ersten Zwischenbericht ändern könnte, würde ich es nicht machen. Ich bin bis jetzt glücklich hier so wie es ist und ich hoffe daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

 

Campamento

Nach unserem atemberaubenden Urlaub, wartete wie bereits schon erwähnt erneut die Arbeit auf uns, jedoch nur 3 Tage, denn dann entwickelten sich meine fast immer vorhanden Halsschmerzen in eine schmerzhafte Mandelentzündung und ich lag erst einmal wieder für eine Woche flach und musste mich schonen, denn für die darauffolgende Woche musste ich schließlich fit für das Mid-Term Seminar meiner Organisation sein, und Gott sei Dank war ich das auch. In einem kleinem Örtchen namens Oaxtepec, ca. 1 ½ Stunden von Puebla entfernt fand das Halbjahres Seminar statt und ging insgesamt 5 Tage für alle Weltwärts-Teilnehmer. In den 5 Tagen durchlebten wir viele Energizer, intensive Gespräche und Fiestas und das alles mit 30 Grad und Pool vorm Haus :)

Es tat gut, sich mal wieder mit allen Freiwilligen zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen. Ich freue mich auch schon wieder wahnsinnig auf unser Abschlussseminar, auch wenn wir uns dort wahrscheinlich zum letzten Mal komplett in einer Gruppe sehen werden :(

Siijuve

Siijuve

Nach meiner Ankunft in Puebla, am 17. Januar war ich schon ziemlich aufgeregt und fing an die Stunden zu zählen, denn am 21. Januar konnte ich endlich meine Eltern vom Flughafen in Mexiko Stadt abholen. Die Tage bis dahin verbrachte ich damit Geschenke für meine Liebsten einzupacken und mein Visum abzuholen, was nach dem 3.Versuch dann auch endlich in meinen Besitz (Auch hier sind die behörden nicht viel besser^^) überging. Na gut und dann konnte es los gehen, auf nach Mexiko Stadt, zu dem Event auf das ich Monate hin gefiebert hatte.

Wie dann das Treffen mit meinen Eltern war und was ich alles mit ihnen erlebt habe, folgt dann in einem weiteren Bericht, den ich die Tage posten werde.